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Nach 64 Jahren läuten bald die Kirchenglocken im Hopfengarten

Spatenstich für freistehenden Glockenturm am Ahornweg
 

Für die drei bereits 1948 gegossenen Glocken der Christusgemeinde im Hopfengarten wird jetzt ein Glockenturm errichtet.
Voraussichtlich Ende des Jahres werden sie erstmals läuten.
Von Stefan Harter 

Pfarrer Konstantin Rost (l.) und Christoph von Knorre zeigen das Modell des künftigen Glockenturms im Hopfengarten

Pfarrer Konstantin Rost (l.) und Christoph
von Knorre zeigen das
Modell des künftigen
Glockenturms im Hopfengarten.

Hopfengarten l „Im Hopfengarten ist eine Kirche?“, wird so mancher fragen, wenn er die Schlagzeile liest. Und tatsächlich fällt das Gemeindehaus der Christusgemeinde im Ahornweg nicht auf. Versteckt auf einem großen Gartengrundstück nimmt man es im Vorbeigehen oder -fahren kaum wahr. Um das zu ändern, wird jetzt endlich ein Glockenturm gebaut.

Am vergangenen Freitag lud der Gemeindebeiratsvorsitzende Christoph von Knorre zum Spatenstich für ein Projekt, das auf eine 64-jährige Entwicklungszeit zurückblickt. Denn bereits 1947 hatten Gemeindemitglieder mühevoll aus den Trümmern der Petrikirche Glockenüberreste geborgen. Ein Jahr später wurden daraus drei Glocken gegossen und „Petrus“, „Heiland“ und „Andreas“ benannt. „Umgegossen in schwerer Zeit“, ist darauf zu lesen.

Ein einziges Mal, zur Eröffnung des Nationaltheaters in Weimar (die Glockengießerei war im benachbarten Apolda), läutete das Ensemble. Doch im Hopfengarten durften die drei Glocken bis heute nicht erklingen. In der DDR war das Ansinnen der Gemeinde, einen passenden Glockenstuhl zu errichten, off enbar nicht gewünscht. Zwei Glocken wurden an die Hoff nungsgemeinde ausgeliehen, die dritte läutete erst in Prester und lagerte zuletzt ungenutzt in der Briccius-Gemeinde.

Vor drei Jahren wurden die jahrzehntealten Pläne aus der Schublade geholt und von Architekt Wolfgang Robra aktualisiert.

Doris Kunze, Pfarrer Rost, Christoph von Knorre, Bauingenieur Eike Obenauff und Polier Rolf Surauf (v.l.) beim Spatenstich.

Doris Kunze, Pfarrer Rost, Christoph von
Knorre, Bauingenieur Eike Obenauff und
Polier Rolf Surauf (v.l.) beim Spatenstich.

In drei Etappen wird der gut elf Meter hohe Turm von der Baufirma Toepel errichtet. Erst kommt der aus vier Säulen bestehende Turmunterbau an die Reihe, dann folgt der Glockenstuhl. „Wenn es mit dem Dach dieses Jahr nicht klappt, ist es nicht schlimm“, meint Christoph von Knorre. Er gibt sich zuversichtlich: „Wir wollen noch dieses Jahr die Glocken läuten lassen.“ „Es war ein langer Weg“, ergänzt Pfarrer Konstantin Rost und stimmt sogleich ein Loblied für einen segensreichen Turmbau an.

Um ihre Ruhe brauchen sich die Hopfengärtler übrigens nicht zu sorgen. Die Glocken werden nicht mit einer Uhr gekoppelt, sondern nur zu Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen zu hören sein.

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Erscheinungsdatum 25.04.2012
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